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Die alte Härtsfeldbahn von Aalen über Neresheim bis Dillingen/Donau erschloss von 1901 bis zu ihrer Stillegung 1972 das Härtsfeld auf der östlichen Schwäbischen Alb. Sie beförderte nicht nur viele Güter und Arbeiter, sondern sie war auch eine beliebte Ausflugsbahn in einer wunderschönen Landschaft.
Nach der Stillegung der Schättere, wie die schmalspurige Bahn im
Volksmund hieß, wurden die Gleisanlagen vollständig demontiert
und die Fahrzeuge verschrottet, an andere Bahnen verkauft oder, wie zwei
der Dampflokomotiven, als Denkmal bzw. als Klettergerät aufgestellt.
Die Bahntrasse wurde teilweise zum Rad- und Wanderweg degradiert,
abgetragen oder ist einfach zugewachsen. Damit war die Geschichte der Bahn
eigentlich beendet.
Aber dann geschah etwas, das es in der Eisenbahngeschichte bisher nicht
gegeben hat. Im Jahr 1984 bildete sich ein 'Freundeskreis Schättere',
aus dem ein Jahr später der Härtsfeld-Museumsbahn e.V. (HMB)
hervorging. Im Laufe der Jahre wurden Originalfahrzeuge der früheren
Bahn und einige baugleiche Fahrzeuge erworben, restauriert und auf dem
ehemaligen Bahnhofsgelände in Neresheim ausgestellt.
Dazu wurden wieder Gleise und Weichen verlegt und im ehemaligen
Bahnhofsgebäude ein Museum eingerichtet, in dem viele Exponate aus
der Vergangenheit der Strecke zu sehen sind.
Doch der ungewöhnlichste Plan war, ein Teilstück der Bahn wieder aufzubauen und die historischen Fahrzeuge wieder in Betrieb zu nehmen.
"Unmöglich" war noch die mildeste Bemerkung zu
diesem Plan.
Nach langen Vorarbeiten und einem 5 Jahre andauernden
Planfeststellungsverfahren erfolgte am 16. Mai 1996 der 1. Spatenstich zum
Wiederaufbau des ersten, 3 km langen Teilstücks, welches dann am 20.
Oktober 2001, zum einhundertsten Geburtstag der Bahn, offiziell in Betrieb
genommen wurde.
Das Unmögliche wurde möglich gemacht: Heute fahren an einigen
Tagen im Jahr wieder Züge wie einst über das Härtsfeld.
Doch dabei wird es nicht bleiben! Zur Zeit laufen die Arbeiten am zweiten Teilstück von ca. 2,6 km bis zum Härtsfeldsee, danach soll noch ein drittes Teilstück bis nach Dischingen gebaut werden. Und in Neresheim stehen noch einige Fahrzeuge, denen die HMBler wieder Leben einhauchen wollen.