Hier wird aktuell über Bauarbeiten und die Instandhaltung unserer Eisenbahn Infrastruktur berichtet. Diese Seite wird ein Mal im Monat aktualisiert, immer so um die Monatsmitte.
Damit diese Seite nicht zu groß wird, werden die Berichte jahresweise archiviert.
Kleines Jubiläum: Inzwischen sind in 15 Jahren 180
Bauberichte zusammen gekommen, die im Archiv zum Nachlesen bereit stehen.
Folgende Berichte der zurückliegenden Jahre sind verfügbar:
Wer also die Entwicklung in diesem Zeitraum nachlesen will, kann dies jederzeit tun.
Hier gehts mit dem Bericht vom Oktober 2011 weiter.
Finanzierung der Neubaustrecke |
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| EU-Kommission, Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung | |||
Die Finanzierung der Neubaustrecke könnten wir als Verein nicht
allein aus eigenen Mitteln stemmen, das geht nur durch diverse Förderprogramme.
Den Löwenanteil an der Förderung der Neubaustrecke haben die
EU-Förderprogramme Leader+ (Förderung des
Streckenabschnitts von der Sägmühle bis zum Bahnübergang
vor Iggenhausen) und Leader (Folgeabschnitt bis zur Egau-Brücke
hinter Iggenhausen).
Weitere Fördermittel erhalten wir vom Land Baden-Württemberg
und den Kommunen, den Rest müssen wir als Verein beisteuern.
Unseren finanziellen Beitrag steuern wir über unsere
Gleisbausteinaktion bei, dazu kommen noch umfangreiche Eigenleistungen,
wie hier in den Bauberichten beschrieben.
| Ein Landkartenausschnitt einer Vermessungskarte von 1956, die die im Bau befindlichen und geplanten Streckenabschnitte zeigt. | |
| Der Gleisbau , das verwendete Material, technische Informationen und Bilder von der Strecke, den Bauarbeiten und den Arbeitsabläufen. |
Der zweite Bahnübergang in Iggenhausen wurde von der Baufirma
eingebaut, das dazu benötige Material, die Betonschwellen,
vorgebogene S54-er Schienen und Rillenbeischienen, haben wir dazu
vorbereitet und vorab auf die Baustelle gebracht. Den Bogen durch den
Haltepunkt Iggenhausen konnten wir auf komplett verlegen und an den Bü
anschließen. Bilder davon gibt es bei
den Baubildern. Damit können nun die Bauzüge demnächst
über den Bahnübergang fahren und wir die Schienen weiter
Richtung Egaubrücke verlegen.
Bevor wir dort weitere Schienen legen können, müssen aber noch
einige Schwellen auf dem Bahndamm ausgelegt werden, einen Teil haben wir
schon vor Ort aufgestapelt, ein großer Teil liegt noch fertig
sortiert in Neresheim und muß noch nach Iggenhausen gebracht werden.
6 weitere Gleisjoche, die hinter dem Bü eingebaut werden sollen,
liegen schon in Neresheim fertig gebogen, gesägt und gebohrt bereit
zum Transport.
Das insgesamt recht trockene Jahr führte zum Versiegen der Egauquelle und ließ den Fluss trocken fallen. Auch Kollege Biber konnte mit seinen Dammbauten das Wasser nur begrenzte Zeit halten. Das erlaubte uns, ein paar liegengebliebene Restarbeiten an den Fundamenten der Egaubrücke bei den Härtsfeldwerken durchzuführen. Dazu mußten wir erst größere Mengen von Sedimenten abgraben, um an die Reparaturstellen zu gelangen, dann konnten wir sämtliche Fehlstellen ausbessern. Einfach waren die Arbeiten nicht, um auf dem puddingartigen Schlamm überhaupt laufen zu können, mußten Baudielen darauf gelegt werden, die aber auch immer wieder im Morast versanken.
Trotz dieser kleinen Zwischenarbeit blieb der Gleisbau hinter Iggenhausen unsere Hauptarbeit. Nachdem wir die notwendigen Schwellen nach Iggenhausen transportiert hatten, wurden diese ausgelegt und die vorbereiteten Gleisjoche eingebaut. Und da das Wetter es gut mit uns meinte, konnten wir auch noch die ersten vier Joche der sich an den Rechtsbogen anschliesssenden Zwischengeraden vorbereiten und einbauen. Noch drei gerade und ein gebogenens Joch können wir einbauen, dann ist der Punkt erreicht, wo die Baustrasse zur Brücke auf die Trasse einschwenkt. Da können wir erst weiter bauen, wenn die Brückenfundamente fertig sind.
Bilder von den Bauarbeiten hinter Iggenhausen gibt es natürlich wieder bei den Baubildern.
Bis auf zwei Joche liegt das Gleis jetzt bis zum Anfang der Baustrasse.
Die Schienen dazu liegen schon in Neresheim bereit, wir haben sie aber
noch nicht eingebaut, da wir das Wetter lieber zum Biegen weiterer
Schienen genutzt haben.
Außerdem mußten noch andere Arbeiten erledigt werden. In den Härtsfeldwerken
gab es eine Stelle, an der die Spurweite recht eng war, das untere Grenzmaß
war fast erreicht. Auf knapp 20 Metern Länge haben wir deshalb die
Spur durch den Einbau von Keil-Zw korrigiert. Hier waren noch Pappelholzplättchen
eingebaut, die im Laufe der Jahre eingesackt sind und wohl an der Veränderung
Schuld waren.
Eine weitere Arbeit, die eigentlich erst in ein oder zwei Jahren geplant war, mußten wir vorziehen, nämlich den Umbau einer Weiche der Stuttgarter Straßenbahnen, die eine asymmetrische Y-Form aufweist. Sie soll zu einer normalen Rechtsweiche umgebaut werden und muß dazu im Weichenwerk entsprechend gebogen werden. Doch das in der Nähe befindliche Weichenwerk schließt Ende des Jahres seine Pforten und hat uns angeboten, die Richtarbeiten an der Weiche noch vor Weihnachten zu erledigen. Dazu müssen aber sämtliche Anbauteile an den Zungen und Backenschienen sowie am Herzstück abgebaut werden, was wir in einer Hau-Ruck Aktion erledigten. Das Problem war, daß die Weiche direkt neben der Strasse lag und über viele Jahre Winter für Winter immer wieder mit Tauwasser bespritzt wurde, was zur Folge hatte, daß fast keine Schraube mehr normal zu lösen war. Schlagschrauber, Rohrverlängerungen und Trennschleifer waren nötig, um die Anbauteile weg zu bekommen. Im Licht eines großen Halogenscheinwerfers zogen sich diese Arbeiten bis in die Nacht hin, aber wir konnten die Teile rechtzeitig ins Weichenwerk bringen.
Durch die Lage der Feiertage im Dezember (Weihnachten und Silvester
fielen jeweils auf einen Samstag) wurde im vergangenen Monat nicht ganz so
viel gearbeitet.
Wir haben weitere Joche, die wir schon vorbereitet hatten, ans Gleisende
gefahren und bei der Gelegenheit mal sämtliche Schienen, die noch vom
Schienenwechsel im Bereich der Egau-Brücke herum lagen, aufgeladen
und abgefahren. Ansonsten haben wir an einigen Arbeitstagen vor allem
Schrauben aufgearbeitet, die wir für den Weiterbau benötigen.
Durch den forcierten Gleisbau im vergangenen Jahr wurde unser kompletter
Schraubenvorrat verbaut. Jetzt müssen die gebrauchten Schrauben, die
wir vor einiger Zeit günstig besorgen konnten, hergerichtet werden.
Das heisst, jede einzelne Schraube bürsten, um den Rost aus den
Gewindegängen zu entfernen, die Mutter ebenfalls, ein klein wenig
Fett aufs Gewinde und einmal die Mutter von Hand durchdrehen, um sicher zu
sein, daß die Schraube auf der Baustelle keine 'Spirenzchen' macht.
Um die Schrauben zu bürsten haben wir uns diese
Vorrichtung gebastelt.
Die Weichenteile, die wir im vergangenen Monat vorbereitet hatten, sind übrigens wieder fertig gebogen aus dem Weichenwerk zurück gekommen.
Jetzt ist auch wieder die Zeit der Vegetationskontrolle der Bestandsstrecke, einige Vereinskameraden haben in den letzten Wochen bereits einige Hecken und Sträucher zurückgeschnitten und uns Gleisbauer damit unterstützt. Inzwischen sind auch wir mit unseren Fichtenmopeds aktiv geworden und haben einiges zurückgeschnitten und vor allem Schnittgut abgefahren. Bereits 6 Güterwagen Schnittgut warten an der Sägmühle auf ihre weitere Verwertung, denn einerseits hat unsere Benjeshecke inzwischen wahrlich riesige Ausmasse erreicht, andererseits hat der Trend zu regenerativen Energien die Verwertung des Schnittgutes als Hackschnitzel lohnend gemacht. Mal sehen, was da nach dem Ende unserer diesjährigen Vegetationsarbeiten zusammen kommen wird.